TUIfly.com Ihr Flug-Reise-Portal

12 Mart 2011 Cumartesi

Wunschkind mit Risiko

Bereits seit Jahrzehnten gibt es Babys aus dem Reagenzglas. Die genetischen Gefahren, die eine künstliche Befruchtung birgt, wurden aber erst jetzt von Forschern entschlüsselt.
Den Lesern der britischen „Daily Mail“ schrie von der Titelseite am 26. Juli 1978 ein ganz gewöhnlich aussehendes Baby entgegen. Die Sensation war 2 600 Gramm schwer, 49 Zentimeter groß und hatte dünnes blondes Haar. Kritiker hatten gewarnt, dass die künstliche Befruchtung ungeahnte und unverantwortliche Risiken bergen würde. Aber Louise Joy Brown, das erste „Retorten-Baby“, kam vollkommen gesund zur Welt.
Nach 32 Jahren zählt die künstliche Fertilisation zur Normalität. 2007 wurden, nach offiziellen Angaben, allein in Deutschland 12 130 Retortenbabys geboren. Von Wissenschaftlern wird aber nun wieder von medizinischen Risiken der Vereinigung von Ei und Spermium in der Petrischale berichtet.
Durch neue Forschungsmethoden wurde belegt, dass bei diesen Babys einige Gene anders funktionieren als bei natürlich gezeugten Kindern. Durch die künstliche Befruchtung würde begünstigt, dass sich Moleküle an das Erbgut der Embryonen anhängen. Sie regulieren die Aktivitäten der einzelnen Gene, deren Folgen gerade erforscht werden. Wissenschaftler der Temple University Medical School in Philadelphia kommen in einer neuen Studie zu dem Ergebnis, dass Kinder aus der Retorte in ihrem späteren Leben zu Übergewicht und Diabetes neigen könnten und das sie unter bestimmten Krankheiten und Fehlbildungen leiden können. Die untersuchten Defekte seien jedoch so selten, dass "das absolute Risiko sehr gering ist", wie Bernhard Horsthemke vom Zentrum für Medizinische Biotechnologie an der Universität Duisburg-Essen sagt.
Auf welchem Wege es bei der Zeugung im Labor zu Fehlern kommt, ist noch unklar. Es erscheint aber denkbar, dass bereits das Erbgut der Keimzellen unfruchtbarer Menschen geschädigt ist. Die Hormonbehandlung, die auf Frauen vor der eigentlichen Prozedur zukommt, könnte sich schlecht auf die DNA auswirken und die befruchteten Eizellen fühlen sich in der Petrischale, in der sie drei Tage überstehen müssen, nicht wirklich so wohl wie im Mutterleib. Ob die Nährlösung in der sie wachsen und sich teilen einen Einfluss hat, lässt sich schwer sagen. Aus deren Rezept machen die Fruchtbarkeitskliniken ein Geheimnis.
Derzeit ist die häufigste ungewollte Nebenwirkung der künstlichen Befruchtung die Mehrlings-Schwangerschaft. Bei 33 Prozent der 2007 geborenen Wunschkinder handelte es sich um Zwillinge. Ein Paar freute sich sogar über Vierlinge. Louise Joy Brown ist übrigens mittlerweile selbst Mutter eines auf natürlichem Wege gezeugten Kindes.

Hiç yorum yok:

Yorum Gönder