(nth) Auch mit einer Familie muss man sich nicht gegen jede Eventualität absichern, aber es gibt ein paar richtig wichtige Versicherungen. Welche das sind, hat Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hier aufgelistet:
1. Das müssen Sie haben:
Eine gesetzliche oder private Krankenversicherung, eine Pflegeversicherung und als Autobesitzer auch eine Kfz-Haftpflicht. Das verlangt der Gesetzgeber.
2. Das sollten Sie haben:
Eine Privathaftpflichtversicherung für die komplette Familie. Damit ist man gegen hohe Schadensersatzzahlungen abgesichert, beispielsweise wenn durch Ihr Überqueren der Straße ein Unfall verursacht wird, bei dem ein anderer Mensch schwer verletzt wird. Auch für den Fall, dass Ihr Kind einen Fußball in ein Ladenfenster schießt, tritt die Haftpflichtversicherung ein. Schwierig wird es allerdings, wenn das Kind noch keine sieben Jahre alt ist. Dann ist es laut Gesetz noch nicht schuldfähig und bedeutet für die Praxis, dass die Versicherer nur zahlen, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Also besser gleich darauf achten, dass der Versicherer die von Kindern verursachten Schäden bis zu einer Höhe von 2000 bis 2500 Euro per Kulanz absichert.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt die Familie vor dem finanziellen Ruin, wenn der Haupt- oder Mitverdiener durch Krankheit oder Unfall nicht mehr in seinem ausgeübten oder vergleichbaren Beruf arbeiten kann. Hier sollte man sich vor dem Abschluss genauestens über versteckte Klauseln und das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Stiftung Warentest oder der Verbraucherzentrale beraten lassen.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann dann auch mit einer Risikolebensversicherung für den Todesfall kombiniert werden. Sind kleine Kinder da und ist man Alleinverdiener, sollte die Familie ungefähr mit dem Vierfachen des Jahres-Nettoeinkommens abgesichert werden.
3. Das können Sie haben:
Eine Invaliditätsversicherung zahlt, wenn Ihr Kind durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit pflegebedürftig wird.
Die Hausratversicherung hilft bei Brand, Blitzschlag oder Einbruch.
Eine Wohngebäudeversicherung ist dann sinnvoll, wenn Ihnen ein Haus oder eine Wohnung gehört.
Die Voll- oder Teilkaskoversicherung und ein Autoschutzbrief sind dann von Vorteil, wenn Ihr Auto neu und teuer ist.
Eine Auslandsreiseversicherung ist für Familien sinnvoll, die viel unterwegs sind.
Für Selbständige und gut verdienende Angestellte ist eine Krankentagegeldversicherung von Vorteil.
4. Die brauchen Sie eher nicht:
Eine Rechtsschutzversicherung brauchen beispielsweise nur Vielfahrer, wie Taxifahrer und Außendienstler, oder Mieter mit sehr streitbaren Vermietern. Selbst in diesen Fällen ist ein Rundumschutz nicht von Nöten, man kann die Einzelrisiken auch per Baustein-Prinzip absichern.
5. Die können Sie vergessen:
Eine Kfz-Insassen-Unfallversicherung ist unnötig, weil bei Autounfällen auch andere Versicherungen zuständig sind, wie beispielsweise die Kfz-Haftpflicht oder die Krankenversicherung.
Eine Brillen- oder Handyversicherung ist ebenfalls völlig unnötig. Auch wenn mit kleinen Kindern viel kaputtgeht, treibt einen der gebrochene Brillenbügel oder das defekte Handy nicht gleich in den Ruin. Außerdem muss man im Schadensfall meistens trotzdem kräftig zuzahlen.
Eine Versicherung gegen die Ohnmacht im Kreißsaal gibt’s wirklich, aber ein Glas Wasser ist bedeutend preiswerter!
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